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Die Suche nach dem Antrieb der Zukunft

Die Suche nach dem Antrieb der Zukunft

17.10.2017
17.10.2017

Rund 13 Prozent der industriellen Wertschöpfung in Deutschland hängen am Verbrennungsmotor – kaum überraschend war vor diesem Hintergrund der große Zuspruch für das Forum zur Zukunft des Antriebsstrangs auf dem Maschinenbaugipfel.

Unter Moderation von Bernhard Hagemann, Leiter Forum E-Motive des VDMA, waren sich die Teilnehmer über die Bedeutung der Transformation der Mobilität einig - auseinander gingen dagegen die Einschätzungen über die kommenden Entwicklungen.

So verwies Professor Dr.-Ing. Michael Bargende darauf, dass Verbrennungsmotoren immer schadstoffärmer werden, es bei der Elektromobilität aber noch erhebliche Defizite gebe, etwa bei der Reichweite oder dem Netzwerk von Ladestationen. Sein Fazit: "Wir erreichen vielleicht in den kommenden Jahren einen Peak im Verkauf von Verbrennungsmotoren, aber danach geht es nur langsam bergab."

Generalversagen von Wirtschaftspolitik und Automobilindustrie

Größeren Handlungsbedarf sah dagegen Stefan Roßkopf, CEO der Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH aus Freiberg: "Wir erleben derzeit ein Generalversagen von Wirtschaftspolitik und Automobilindustrie." Wenn die deutsche Industrie nicht in eine heimische Batterieproduktion investiere, würden die Unternehmen künftig einen großen Teil der Wertschöpfung verlieren: "Da müssen wir schnell gegensteuern", forderte Roßkopf. 

Der Antrieb der Zukunft hängt aber nicht nur an der Batterie, erläuterte Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) aus Berlin. "Es wird beides geben, Batterie und Brennstoffzelle. Ich sehe nicht, dass die Batterie mit hoher Reichweite die schweren Fahrzeuge antreiben kann." Der vorherigen Kritik an der Automobilindustrie trat Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leitung Konzernforschung, Antriebs- & Energiesysteme der Volkswagen AG, entgegen: "Es ist auch nicht so, dass gar nichts läuft bei der Batterieproduktion in Deutschland." Zwar wäre jetzt in der Tat die Zeit zum Handeln gekommen. "Es ist erkannt, dass man etwas tun muss", betonte er.

Kontakt

Eike Radszuhn
+32 2 7 06 81 23

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Bildquelle: © VDMA