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VDMA warnt EU vor neuem Protektionismus

VDMA warnt EU vor neuem Protektionismus

04.07.2017
04.07.2017

In dem Papier "Die Globalisierung meistern" erklärt die EU-Kommission ihre Vorstellungen von internationaler Zusammenarbeit. Der VDMA mahnt, dass dabei den Rufen nach Abschottung in Europa nicht nachgegeben werden darf.

Globalisierung ist eine Chance für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen – mit dieser wichtigen Botschaft hat sich die EU-Kommission grundsätzlich gegen Abschottung ausgesprochen. In einem neuen Reflexionspapier „Die Globalisierung meistern“ legt die Kommission dar, wie Europa die Globalisierung – trotz des wachsenden Nationalismus in einigen Mitgliedsstaaten – gestalten will. Der VDMA hat sich stets für offene Märkte stark gemacht als Grundlage für eine erfolgreiche Industrie. Skeptisch sieht der Verband daher Forderungen, Protektionismus in Drittstaaten durch eigene Handelsbarrieren der EU bekämpfen zu wollen.

So nennt die Kommission in ihrem Papier eine Reihe von Herausforderungen, welche die Globalisierung mit sich bringt: beispielsweise extreme Unterschiede bei Löhnen, Steuern oder Umweltstandards, die zum Aufkommen neuer Wettbewerber geführt haben, oder unfaire Handelspraktiken. Der VDMA sieht diese Hindernisse, warnt jedoch davor, diese durch populistische Maßnahme zu lösen. 

Ein Beispiel dafür ist die Forderung, den Zugang zum europäischen Markt für Unternehmen aus jenen Drittstaaten einzuschränken, die europäischen Unternehmen ihrerseits keinen gleichwärtigen Zugang gewähren. Aktuell wird etwa immer wieder über eine Beschränkung von Investitionen aus dem Ausland debatiert, die aus Sicht des VDMA aber ein wichtiger Faktor für Wachstum in Europa sind. Aus Sicht des VDMA ist die so genannte Reziprozität kein geeignetes Mittel, um der europäischen Industrie in anderen Ländern zu fairen Wettbewerbsbedingungen zu verhelfen. Eigene protektionistische Barrieren führen eher zu mehr Abschottung – und sind damit mit der generellen Forderung der Kommission nach einer aktiven Gestaltung der Globalisierung nicht vereinbar.

„Der Anspruch der EU-Kommission ist richtig, Globalisierung aktiv gestalten zu wollen und die multilateralen Institutionen sowie Regelwerke zu stärken. Hier kann die EU als führende Handelsmacht einiges erreichen und auf Augenhöhe mit Ländern wie den USA oder China die europäischen Interessen vertreten“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft im VDMA. „Mit einer weltoffenen Wirtschaft und Gesellschaft ist Europa in den vergangenen Jahrzehnten gut gefahren. Die EU sollte sich daher weiterhin nicht auf protektionistische Maßnahmen einlassen, nur weil sie in einigen Ländern gerade in Mode sind.“

Das komplette Papier „Die Globalisierung meistern“ ist online abrufbar.

Kontakt

Simon Fleischmann
(+32 2) 7 06 82 07

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Bildquelle: mowitsch--Fotolia